Antequera ist eine der monumentalsten Städte Andalusiens. Sie besitzt ein solch umfangreiches kunsthistorisches Erbe, dass es dem Besucher praktisch unmöglich ist, die Stadt an einem Tag zu erkunden. Man kann sich jedoch eine gute Vorstellung über den monumentalen Reichtum der Stadt und ihrer Umgebung machen, wenn man sich auf einen Rundweg begibt, der beispielsweise folgende Sehenswürdigkeiten einschließt: die
Dolmenanlage von Viera, Menga und El Romeral, wahrscheinlich die bedeutendste ihrer Art in ganz Europa, die Stiftskirche
Colegiata de Santa Maria, ein Beispiel der besten andalusischen Renaissancekunst, das
Museo Municipal (Städtisches Museum), in dem herausragende Werke verschiedenster Stilarten zu sehen sind oder das Naturschutzgebiet
Parque Natural de El Torcal, eine ausgedehnte Karstlandschaft, originell und spektakulär anzusehen, die auf dem ganzen europäischen Kontinent einzigartig ist und deshalb lohnt sogar eine eigene Besichtigung.

Auf einem gut zugänglichen Gebiet, vor den Toren der Stadt, liegen die Megalithen von Antequera, die als bedeutendste Anlage in Europa gilt, einerseits wegen der Bauweise ihrer drei Monumente (die Dolmen von Menga, Viera und El Romeral) und andererseits, weil sie dicht beieinander liegen (vor allem die von Menga und Viera), obwohl sie aus verschiedenen Epochen stammen. Der erstgenannte, der Dolmen von Menga (2.500 Jahre v.Chr.) ist der einzige, der anthropomorphe Inschriften aufweist. Er ist mit riesigen Steinplatten von je 180 Tonnen Gewicht bedeckt, was eine ungefähre Vorstellung über die gigantischen Ausmaße dieses Werks vermittelt. Beim Dolmen von Viera (2.000 Jahre v.Chr.) handelt es sich um eine Grabstätte, deren Korridor sowie die aus fünf großen Steinplatten bestehende Grabkammer erhalten sind. Der Dolmen von Romeral (1.800 Jahre v.Chr.) unterscheidet sich von den anderen dadurch, dass der Korridor mit einer falschen Kuppeldecke durch Annäherung der Reihen gestaltet wurde. Er weist zwei Kammern auf, wobei in der zweiten Kammer Teil eines Grabschatzes gefunden wurde.

Von einem Hügel oberhalb der Stadt hat man einen guten Blick über das Häusermeer mit seinen herausragenden Turmspitzen und Glockentürmen der zahlreichen Kirchen und Klöster. Hier befindet sich die Stiftskirche
Colegiata de Santa María, das erste Renaissance-Gebäude Andalusiens, obgleich das Bauwerk auch andere Stilarten aufweist. Das zwischen 1514 und 1550 entstandene Bauwerk besitzt eine großartige, ausgeglichene Fassade aus Quadersteinen, bestehend aus drei Bahnen, die durch Gegenstreben voneinander abgesetzt sind. Im Inneren der Kirche, die mit dem Grundriss einer Basilika erbaut wurde, heben sich die monumentalen ionischen Säulen als Abgrenzung zwischen den drei Schiffen hervor. Der Hauptaltar, von quadratischem Grundriss, wird von einer Kuppel im gotischen Mudejar-Stil beherrscht, während die drei Kirchenschiffe von detailliert ausgearbeitetem Dachgebälk im Mudejar-Stil bedeckt sind. Seit einiger Zeit werden in dieser Kirche keine Gottesdienste mehr abgehalten, sondern Konzerte und Ausstellungen veranstaltet. Daher verfügt keine der Kapellen über religiöse Ziergegenstände. Diese eher nüchterne Ausstattung bewirkt, dass das Bauwerk einen noch gewaltigeren Eindruck erzeugt.
Das wunderschöne Barockgebäude des "Palacio de Nájera" beherbergt den Fundus des
Museo Municipal (Städtisches Museum), der ein genaues Bild der Geschichte der Stadt wiedergibt. In einem der Säle im Erdgeschoss ist das berühmte Werk "
Efebo de Antequera" zu sehen, zweifellos eines der bedeutendsten Stücke dieser Sammlung.

Es handelt sich um eine 1,54 Meter große, hohle Bronzefigur aus dem 1. Jahrhundert, die einen sehr jungen Mann darstellt. Verschiedene Fachleute halten diese Figur für eines der schönsten Werke unter den römischen Skulpturen. Tatsächlich ist der "Efebo" schon mehrmals außerhalb Spaniens bei Ausstellungen auf internationaler Ebene gezeigt worden. Ebenfalls im Erdgeschoss findet man eine hervorragende Auswahl der Werke eines Künstlers aus Antequera, Cristóbal Toral. Im ersten Stock, der der religiösen Kunst gewidmet ist, sticht eine ausgezeichnete Darstellung des Hl. Franziskus von Assisi hervor, ein Werk von Pedro de Mena.
Auf jeden Fall wird der Besucher in der Altstadt von Antequera auf Schritt und Tritt Dutzenden von Monumenten verschiedenster Epochen und Stilarten begegnen, die seine Aufmerksamkeit erregen und ihn dazu verleiten wird, immer wieder den Fotoapparat oder die Videokamera zu zücken.
Von Málaga nach Antequera führt die schnellste Strecke über die Landstrasse N-331 (A-45). Im Tal von Antequera angekommen, biegt man auf die A-7282 und erreicht nach etwa 2 km das Stadtgebiet von Antequera.