Die Stadt Málaga nimmt praktisch das geografische Zentrum der Costa del Sol ein, die in ein östliches und ein westliches Gebiet unterteilt wird. Diese zentrale Lage macht die Stadt zum wichtigsten Verkehrsknotenpunkt zwischen dem Küstenstreifen und den Gebieten im Hinterland und gestattet jede Art der Fortbewegung zwischen den Dörfern der Provinz und den übrigen Städten Andalusien.

Wie die Mehrheit der Städte am Mittelmeer, waren auch in Málaga alle bekannten westlichen Zivilisationen zu Gast. Gemäss den Funden im Erdreich unter der historischen Altstadt waren es jedoch die Phönizier, die sich zwischen dem 8. und dem 7. Jh. v.Chr. dauerhaft an den Hängen des Hügels niedergelassen hatten. Dort wo sich heute die Alcazaba (Festung) befindet. Somit ist ihnen die Gründung der Stadt zuzuschreiben. Seitdem und bis heute hat die Stadt Málaga, die wie kaum ein anderer Ort eine Unmenge geschichtlicher Veränderungen erlebte, ein bedeutendes kunsthistorisches Erbe angesammelt, das sie an einen der vordersten Plätze innerhalb der Provinz und Andalusiens stellt. Unter diesem Erbe sind hervorzuheben: die Alcazaba (maurische Festung), die Kathedrale, die Burg Castillo de Gibralfaro, das Römische Theater, die historische Altstadt sowie die jüngsten, bemerkenswerten kulturellen Einrichtungen, mit denen Málaga ausstattet wurde. Dazu gehören das Picasso-Museum, das eine separate Besichtigung wert ist, und das "Centro de Arte Contemporáneo –CAC Málaga" (Zentrum für Zeitgenössische Kunst).
Die
Alcazaba liegt mitten im historischen Zentrum und ist ein großartiges Bauwerk, das zwischen dem 11. und 14. Jh. entstand. Es fungierte als Festung und als Palast, in dem die Herrscher des maurischen Málaga lebten. Das Bauwerk besitzt einen unregelmäβigen Grundriss und alle seine Räumlichkeiten befinden sich auf unterschiedlichen Höhen, entsprechend den Gegebenheiten des Untergrundes. Es befindet sich innerhalb von zwei mit Schutzmauern befestigte Bereiche. Im ersten Festungsring sind der "Arco del Cristo" (Torbogen Christi) hervorzuheben, der so genannt wird, weil er jahrelang als Kapelle genutzt wurde, sowie der Waffenhof, der heute, genau wie ein Großteil der Anlage, in einen im maurischen Stil angelegten Garten verwandelt wurde. Im zweiten, ebenfalls ummauerten und stark geschützten Bereich, befindet sich der nobelste Teil, der aus drei Höfen bestehende Palastbereich. Am eindrucksvollsten ist der Säulengang im Kalifenstil mit den ursprünglichen schlanken Marmorsäulen, der einen herrlichen Ausblick über die Stadt bietet. Er führt zu einem Saal, von dem aus man Zugang zum Turm aus dem 16. Jh. sowie dem Maldonado-Turm hat. Das gesamte Bauwerk war eine lange Zeit unbenutzt. In den dreißiger Jahren des vergangenen Jahrhunderts hat man es wieder entdeckt und vor wenigen Jahren befestigt und verschönert. Der obere Teil der Alcazaba ist mit einem Aufzug zu erreichen, der sich am südlichen Teil des Hügels in der Strasse Guillén Sotelo, direkt hinter dem Rathaus befindet.
Das majestätische Bauwerk der
Kathedrale wurde in der ersten Hälfte des 16. Jh. errichtet, wobei die Erbauung bis in das 18. Jh. andauerte. Dennoch blieb es unvollendet: es fehlt einer der Türme, daher wird die Kathedrale von Málaga im Volksmund "die Einarmige" genannt. Auf den Resten der ehemaligen Moschee-Synagoge errichtet, vereinen sich in diesem Tempel verschiedene Architekturstile. Allerdings überwiegen die Strukturen aus der Renaissance und aus dem Barock. Einige der berühmtesten Baumeister vergangener Jahrhunderte haben an diesem Bauwerk mitgewirkt, unter anderem Diego de Siloe und Diego de Vergara, Schüler von Andrés de Vandelvira. Das bedeutendste Kunstwerk in dieser Kathedrale ist das Chorgestühl, das mit seinen 42 Statuen von Pedro de Mena, Ortiz de Vargas und Giuseppe Micael Alfaro als eines der schönsten von Spanien gilt. Weiterhin sind die beiden perfekt erhaltenen Orgeln aus dem 18. Jh., mit insgesamt mehr als 4.000 Orgelpfeifen, nennenswert. Bei der umfangreichen Gemäldesammlung sticht die "Virgen del Rosario" (Hl. Jungfrau des Rosenkranzes) von Alonso Cano hervor. Ein Gemälde von großen Ausmaßen und höchster künstlerischer Qualität.