Am östlichsten Ende der Provinz Málaga gelegen, bietet die Stadt Nerja zweifellos eine der attraktivsten Landschaften der Costa del Sol. Durch ihre Lage an den Ausläufern der Sierra de Almijara schiebt sich das gebirgige Gelände mit schroffen, spektakulären Steilhängen bis in das Meer hinein und bildet gleichzeitig ausgedehnte Strandabschnitte und kleine Buchten mit tiefem, kristallklarem Wasser. Zusammen mit dieser eindrucksvollen Natur stellt das Dorf an sich ein Geschenk an die Sinne dar, denn es hat seinen alten Ortskern erhalten, der ab Ende des 15. Jh. erbaut wurde. Er besteht aus verschlungenen Strassen im maurischen Stil und hübschen Gassen, die von einfachen, frisch geweißelten Häusern gesäumt sind.

Im
historischen Zentrum ist als wichtigstes Bauwerk die Kirche El Salvador. Sie wurde Anfang des 16. Jh. errichtet, im 18. Jh. wieder aufgebaut und beherbergt einige interessante Fresken aus der Schule von Granada und das Mauerbild "Anunciación" (Ankündigung), ein Werk des Malers Francisco Hernández aus Vélez. Rund um diese Kirche und ihre Umgebung konzentriert sich ein Großteil des Geschäftslebens von Nerja, mit gepflegten Geschäften und einem hervorragenden und vielfältigen kulinarischen Angebot. Ganz in der Nähe dieses Ortsteils befindet sich der Boulevard "Paseo de los Carabineros", der einen Besuch wert ist, da er bis zu seiner Mündung in den Strandabschnitt Carabeo zwischen den Felsen verläuft. Ebenso sollte man die Grünanlagen "Jardines de Europa" beim Burriana-Strand besuchen, die einen angenehmen Spaziergang am Meer ermöglichen.
Die
"Paraje Natural de los Acantilados de Maro-Cerro Gordo", die Steilküste von Maro-Cerro Gordo, wurde 1989 zur geschützten Naturlandschaft erklärt und erstreckt sich über 375 Hektar, einschließlich einem Kilometer Meeresfläche. Es handelt sich um ein steil abfallendes Gelände von hohem ökologischem Wert, dank der Vielfalt der hier lebenden Fauna und Flora. Doch was den Besucher auf den ersten Blick beeindruckt, sind die großartigen Steilfelsen und die zahlreichen unberührten Buchten, die voneinander durch eindrucksvolle Klippen oder einfach durch herabgefallene Felsbrocken getrennt sind. Aufgrund der Bodenbeschaffenheit stellen der Tauchsport und das Unterwasserfischen –beide streng geregelt- eine der größten Attraktionen dieser Landschaft dar, obgleich die Buchten bei den Touristen die größte Begeisterung hervorrufen. Wegen des schwierigen Geländes und im Sinne einer umweltfreundlichen Erhaltung der Landschaft, ist es seit einigen Jahren nicht mehr gestattet, die Buchten mit privaten PKW anzufahren oder dort zu kampieren. Das Umweltamt der Landesregierung Andalusiens hat einen Zubringerservice mit Geländewagen eingerichtet, mit dessen Hilfe man die Strände bequem erreichen kann.

Bei einem Rundgang durch die malerische, gepflegte Altstadt von Nerja ist ein Besuch des
Balcón de Europa unerlässlich. Hierbei handelt es sich in Wirklichkeit um eine weitläufige Esplanade, die sich von den Häusern des Dorfes bis zum Meer hinunter zieht und in einem, mit Balustrade versehenen Halbkreis endet. Der Ausblick von dieser Stelle über das Mittelmeer und die benachbarten Strände ist einfach überwältigend. Dieser Boulevard wurde an der Stelle erbaut, an der früher eine Festung stand, die im Unabhängigkeitskrieg zerstört wurde. Der Name "Balkon von Europa" entstand in der Phantasie der Bevölkerung nach einem Besuch des Königs Alfons XII. in Nerja. Der Monarch stattete Nerja nach dem Erdbeben von Andalusien am 24. Dezember 1884 einen Besuch ab. Manche Leute glaubten, der König habe hier während seines Besuchs die Bemerkung gemacht, dies sei der Balkon von Europa. Seitdem kennt man ihn unter diesem Namen, ehemals "Paseo de la Batería" (Boulevard der Geschütze) im Gedenken an die Kanonengeschütze, die zu der heute verschwundenen Festung gehörten.
Da Nerja an der Costa del Sol liegt, muss man nur die Autovia del Meditérraneo (A-7 bzw. N-340) in Fahrtrichtung Motril-Almeria nehmen, um von jedem beliebigen Ort der Küste Málagas den Weg hierher zu finden.