Die historische Stadt Archidona, deren Ursprung in die Zeit der Phönizier zurückgeht, liegt im Landkreis Nororma im Nordosten der Provinz Málaga und erstreckt sich über die Berghänge der Sierra de Gracia. Sie ist von hohem architektonischem Wert, wie ihre Ernennung zum Kunsthistorischen Monument bestätigt. Unter den Bauwerken sind hervorzuheben: die punisch-maurische Burg, in der sich heute die kleine Kapelle der Santísima Virgen de Gracia, Schutzpatronin der Stadt, befindet, der einzigartige Platz Plaza Ochavada aus dem 18. Jh., das Kloster Santo Domingo und das Kloster Jesús y María, beide aus dem 16. Jh.

Aufgrund seiner strategischen Lage spielte Archidona während der Zeit der maurischen Herrschaft eine entscheidende Rolle. In dieser Epoche erlebte die Stadt ihre größte Pracht und war sogar Hauptstadt des "Cora de Rayya", einem Gebiet, das ungefähr der heutigen Provinz Málaga entspricht. Archidona war auch einer der Brennpunkte des von Omar Ben Hafsun angeführten Aufstands. Jedoch das wahrscheinlich wichtigste Ereignis in der Geschichte der Stadt war die Proklamation von Abd-el-Rahman I. zum Herrscher eines unabhängigen Emirats im Jahre 711. Daher ist es recht eigenartig, dass die Stadt bei einer solch intensiven Geschichte, wertvollen Monumenten und der wunderschönen Landschaft in unmittelbarer Nähe, ausgerechnet wegen ihres jüngsten Bauwerks, der
Plaza Ochavada, über die Stadtgrenzen hinaus bekannt geworden ist.
Erbaut zwischen 1780 und 1786 wurde dieses großartige Beispiel der Architekturkunst nach den Entwürfen der Baumeister Francisco Astorga und Antonio González Sevilla errichtet, die von der damaligen Stadtverwaltung mit der Neuordnung und Sanierung dieses Teils der Stadt beauftragt wurden. Bis dahin eine übelriechende Kloake und Brutstätte für Krankheiten. Während die Stadt mit einem modernen öffentlichen Platz ausgestattet wurde, der im Schatten der fortschrittlichen Ideen der Aufklärung entstand, wirkte man gleichzeitig der damaligen Arbeitslosigkeit in der Bevölkerung entgegen.

Der berühmte achteckige Grundriss besitzt einen deutlichen Einfluss durch den französischen Stil jeder Zeit, nicht umsonst war der Vater von Antonio González Sevilla Franzose, so dass manche Schriftsteller an diesem Platz eine gewisse Ähnlichkeit mit der Place de Vêndome in Paris feststellen. Ein Referenzpunkt für viele andere Bauwerke im Nachbarland. Dennoch kann man in der Fassadendekoration auch den ohne Zweifel vorhandenen Einfluss des Mudejar-Stils feststellen, von dem die verschwenderisch verteilten Ornamente aus rotem Ziegelstein auf Säulen stammen, die mit den in Andalusien so populären weißgekalkten Fassaden kontrastieren. Der Plaza Ochavada liegt im historischen Zentrum von Archidona. Hier laufen die wichtigsten Strassen des Ortes zusammen. Die drei Zugangstore machen einen monumentalen Eindruck, da sie mit Gebetsnischen, Giebeln und einigen Elementen im Rokokostil geschmückt sind. Die acht Seiten des Achtecks scheinen auf den ersten Blick gleich, doch jede besitzt ihre Besonderheiten.
Der Plaza Ochavada von Archidona ist zweifellos eines der interessantesten Beispiele für den Städtebau im Spanien des 18. Jahrhunderts, sowohl durch seine gelungene Anordnung des Raumes wie durch die große Menge der hier anzutreffenden architektonischen Stilarten: Barock, Manierismus, Mozarabische Kunst und selbstverständlich ist auch die volkstümliche Bauweise vertreten. Seit seiner Einweihung wurde dieser Platz zum neuralgischen Zentrum der Stadt. Dank seiner Funktionalität finden hier jedes Jahr die traditionellen Feierlichkeiten des Ortes statt, insbesondere die Karwoche, die in dieser Umgebung besonders eindrucksvoll ist.
Die Landstrasse N-331 (A-45) führt auf direktem Wege von Málaga zur A-92, der man in Richtung Granada bis zur Abzweigung der A-6200 folgt, welche bis nach Archidona führt.