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Ronda
Am Rand der schwindelerregenden Felsschlucht gelegen, kennen wir Ronda als Rilkes "Stadt der Träume", als den "Duft des Jasmins" von Borges oder aus den Erzählungen tausender Touristen, die Ronda besucht haben und nicht glauben konnten, was sie da sahen. Es scheint, als ob, angezogen von der einzigartigen Schönheit der Landschaft, die großen Zivilisationen vereinbart hätten, hier in Ronda Spuren ihrer wichtigsten Errungenschaften zu hinterlassen.

Schon bei einem schnellen Rundgang stellt der Besucher fest, dass er sich nicht in einer gewöhnlichen Stadt voller Sehenswürdigkeiten befindet. Wahrscheinlich wird er diejenigen Bauwerke aufmerksamer betrachten, die Ronda zu dieser einzigartigen Stadt gemacht haben, in der das kunsthistorische Erbe in einer seltsamen Einheit mit der Natur auf Schritt und Tritt sichtbar wird, so selbstverständlich, wie das Wasser den Fluss hinunter fließt.

Coche de caballos con Caballos de la Casa Real Española en el Concurso de Enganches que se celebra con motivo de la Feria Pedro Romero de RondaDie Puente Nuevo (Neue Brücke), ebenso wie die Stierkampfarena "Real Maestranza de Caballería de Ronda" eins der Symbole der Stadt, wurde im letzten Drittel des 18. Jh. erbaut. Vor Beginn der Arbeiten an diesem hervorragenden architektonischen Vorhaben gab es ein früheres Projekt, für das im Jahre 1735 acht Monate Bauzeit investiert wurden. Diese erste Brücke stürzte sechs Jahre nach ihrer Errichtung ein, so dass etwa 10 Jahre später der Architekt José Martín de Aldehuela mit einem neuen Brückenprojekt beauftragt wurde. Die Arbeiten dauerten über 40 Jahre an, und die Puente Nuevo wurde letztlich 1793 fertig gestellt. Sie hat eine Höhe von 98 Metern und verbindet den alten mit dem neuen Teil der Stadt, welche sehr bald eine Expansion erfahren sollte. Der Ausblick von dieser Stelle in die Felsschlucht und auf die am Abgrund hängenden Häuser ist spektakulär. Innerhalb der Brückenkonstruktion befindet sich ein Besucherzentrum, in dem nicht nur alle Details dieser architektonischen Meisterleistung, sondern auch aus der Umgebung von Ronda zu sehen sind.

Die Real Maestranza de Caballería de Ronda (Königliches Reitgestüt von Ronda) wurde 1572 von Philipp II. gegründet, damals noch als Platz für Reitübungen, an denen auch Stiere teilnahmen. Ab dem 18. Jh., als Stierkämpfer zu Fuß die Reiter bei den Spielen mit den Stieren ablösten, wandelte sich der Platz zu einer Stierkampfarena. Angesichts der Begeisterung für den Stierkampf beschloss die Real Maestranza de Caballería eine Arena zu bauen. Der Auftrag ging allem Anschein nach an José Martín Aldehuela, den Autor der Puente Nuevo. Nach sechs Jahren Bauzeit wurde die Stierkampfarena 1785 mit einer "corrida" eingeweiht, bei der die Stierkämpfer Pedro Romero und Pepe Hillo mitwirkten. Die Arena stellt sich durch die großzügige Verwendung von Stein sowie durch die 136 toskanischen Säulen, die 68 Bögen bilden, als eindrucksvolles Monument dar. Manche Leute haben eine gewisse Ähnlichkeit zwischen der Stierkampfarena von Ronda und dem runden Innenhof im Palast von Karl V. in Granada festgestellt. Die Zuschauerränge bestehen aus fünf Reihen über zwei Etagen, alle überdacht. Das Rund hat einen Durchmesser von 66 Metern. Die Stierkampfarena von Ronda, die ein interessantes Stierkampfmuseum besitzt, gilt als eine der ältesten Spaniens und ist vielleicht die schönste von allen.

Neben dem Stadtteil Padre Jesús, innerhalb der historischen Altstadt von Ronda, befindet sich der Palacio del Marqués de Salvatierra (Palast des Herzogs von Salvatierra). Ein gutes Beispiel für die Herrschaftshäuser aus dem 17. und 18. Jh. Seine Hauptfassade wird von einem herrlichen barocken Portal aus Stein mit einer Tür mit Oberschwelle bestimmt, an der die korinthischen Säulen und der herrschaftliche Balkon aus Schmiedeeisen im Stil von Ronda auffallen. Am Giebel sieht man vier nackte Figuren: die männlichen Figuren machen spöttische Gesten, während die weiblichen schüchtern ihre Scham bedecken. Diese Skulpturen stützen den Türsturz, der mit dem Wappen der Familie Vasco Martín de Salvatierra geschmückt ist, welche die Geschicke der Stadt nach der Wiedereroberung durch die Christen leitete. Das Innere des Palastes ist ebenfalls in einem eleganten Stil gearbeitet, jedoch wesentlich schlichter als die Fassade.

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Fotogalerie
Vista panorámica del Puente Nuevo de Ronda
Ruinas de Acinipo, ubicadas en Ronda La Vieja
 
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