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Flamenco-Tourismus
Der reinste künstlerische Ausdruck Andalusiens und damit auch von Málaga ist zweifellos der Flamenco, eine Kunst, deren Wurzeln in fernen Ländern zu suchen und völlig ungewiss sind. Da sein Ursprung in tiefster Vergangenheit liegt, gibt es keinerlei Unterlagen, auf die man sich stützen könnte, um verschiedene Gesichtspunkte zu klären.

zapateo flamencoNach neuesten Untersuchungen ist keine der so oft zitierten Theorien über Ursprung und Herkunft des Flamenco auszuschließen. Die Einführung dieser einzigartigen Ausdrucksweise in Andalusien wird unter anderem den Zigeunern zugeschrieben. Eine weitere Theorie macht den in Andalusien hinterlassenen Einfluss einiger ethnischer Gruppen aus Nordafrika geltend, und andere wiederum glauben, Übereinstimmungen zwischen dem Flamenco und bestimmten jüdischen Folklorerhythmen gefunden zu haben.

Es war José Cadalso, der in seinem bekannten Werk "Cartas marruecas" (1789) die erste Anmerkung aufschrieb, die über den Flamenco bekannt ist. Der Schriftsteller schreibt den Ursprung den Zigeunern zu, die, wie man weiß, zumindest ursprünglich aus Indien stammen. Ebenfalls bekannt ist, dass der Flamenco einige asiatische Rhythmen besitzt. Letztendlich ist der Flamenco eine Mestizenkunst, die von vielen Kulturen bereichert wurde. Sie ist gleichzeitig originell und auf ihre Art so authentisch, dass sie sich vollständig von jeder anderen Folklore abhebt.

Wie dem auch sei, nachdem der Flamenco professionell behandelt und dokumentiert war, das heißt, so wie wir ihn heute kennen, trat er Mitte des 18. Jh. in Erscheinung. Etwa hundert Jahre später waren seine wichtigsten Grundzüge strukturiert. Ab diesem Zeitpunkt wurde er hinaus auf die Strasse getragen, bei Volksfesten eingeführt und erreichte die Gesangscafés, in denen der Ausdruck "jondo" (etwa: tiefgründig) geprägt wurde. Damit wurde die reinste Ausdrucksweise dieser Kunst definiert, in der schon neue Tendenzen auftauchten, von denen die Puristen nicht überzeugt waren. Dieses Phänomen ist auch heute noch zu beobachten. 

Mit dem Aufschwung der Gesangscafés erreichte der Flamenco sein "Goldenes Zeitalter", denn alle Facetten dieser Kunst (Gesang, Tanz und Instrumente) entwickelten sich auf eine Weise, wie es sie vorher nicht gegeben hatte. Doch es war der Tanz, der am meisten von diesem Aufbruch des Flamenco profitierte: er wurde zur größten Attraktion für die Besucher der Gesangscafés, während zeitgleich die Gitarre begann, die Hauptrolle zu erobern und zum unverzichtbaren Begleitinstrument für Gesang und Tanz zu werden. 

Die Intellektuellen der Generation von 1927, mit Manuel de Falla an der Spitze, riefen in Granada einen Flamenco-Wettbewerb ins Leben, mit dem Ziel, diese Kunst zu unterstützen und neue Künstler zu finden. Fallas Interesse am Flamenco brachte ihn dazu, den "cante jondo" (typischer Gesang) in seine Oper "La vida breve" aufzunehmen, die 1913 in Nizza uraufgeführt wurde. Dies führte dazu, dass die kultivierte Gesellschaft jener Zeit begann, den Flamenco mit anderen Augen zu betrachten.

Das Auftauchen der "tablaos" (Flamencolokale) verlieh dem Flamenco eine unaufhaltsame Dynamik. Herausragende Profis gründeten Flamenco-Truppen, die lange Tourneen nicht nur durch Spanien, sondern auch ins Ausland unternahmen. Bis zum heutigen Tag, da der Flamenco auch in den bedeutendsten Theatern und Konzertsälen der Welt seinen festen Platz gefunden hat: in ganz Europa, Südamerika, in den Vereinigten Staaten und besonders in Japan gibt es eine ständig wachsende Anhängerschaft, die den Flamenco nicht nur als Darbietung, sondern auch als erlernbare Beschäftigung sieht.

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